Das "Schmerzensgeld": 

Schmerzensgeld ist ein Ausgleich für immaterielle Schäden. Bei einer falschen Behandlung durch einen Arzt werden deshalb nicht nur die Kosten ersetzt, die der Patient für die Behandlung der dadurch entstandenen gesundheitlichen Folgen aufwenden muss. Der Arzt muss in diesem Fall auch für die Schmerzen seines Patienten "bezahlen", die er ihm durch eine fehlerhafte Behandlung zugefügt hat.

Schmerzensgeld soll körperliche Schäden, seelische Belastungen und generell alle Unwohlgefühle wiedergutmachen, die mit einer erlittenen Körperverletzung einhergehen. Das Schmerzensgeld hat insofern eine "Sühnefunktion" für den Verletzten.

Wenn ein ärztlicher Behandlungsfehler feststeht, lässt sich oft eine Einigung über die Höhe eines Schmerzensgeldes mit dem Arzt oder seiner Versicherung erzielen. Scheitert eine solche Einigung oder ist die Gegenseite gar nicht verhandlungsbereit, bestimmt im Fall einer Klage das befasste Gericht einen Schmerzensgeldbetrag nach eigenem Ermessen.

Richtschnur für die Höhe eines Schmerzensgeldes sind i.d.R. Gerichtsentscheidungen zu Fällen mit ähnlichen Umständen und Verletzungsbildern. Eine Zusammenstellung der relevanten Rechtsprechung enthalten sog. Schmerzensgeldtabellen.

Schmerzensgeldtabellen sind nicht verbindlich. Es ist oft schwierig, verschiedene Sachverhalte miteinander zu vergleichen, weil jedes Schicksal anders ist. 

Deshalb sollten insbesondere Angebote von Versicherungen, die dem Verletzten - ggf. sogar noch unaufgefordert - unterbreitet werden, unbedingt einem erfahrenen Rechtsanwalt zur Prüfung vorgelegt werden. Bitte sprechen Sie mich bei Bedarf hierzu an.

Das bislang höchste je in Deutschland ausgeurteilte Schmerzensgeld wurde vom Kammergericht Berlin zugesprochen. Ein vierjähriges Mädchen erlitt durch einen Behandlungsfehler einen schweren Hirnschaden, der zur Lähmung aller Gliedmaßen führte. Das Kind musste über eine Magensonde ernährt werden und war auf ständige Pflege angewiesen. Neben einer Einmalzahlung von EUR 500.000,00 wurde dem Mädchen eine Schmerzensgeldrente i.H.v. EUR 650,00 im Monat zuerkannt. Bei der Kapitalisierung dieser Rente ergab sich ein Betrag i.H.v. EUR 153.660,00. Im Ergebnis erhielt das Kind ein Gesamtschmerzensgeld von EUR 653.660,00.

Vergleich vs. Gerichtsurteil

Der Abschluss eines Vergleichs im Sinne einer Einigung mit dem Arzt oder seiner Versicherung wird häufig gleich gesetzt mit einem "Verzicht" auf einen Teil der eigenen Ansprüche. Oft kann man jedoch den Anspruch des geschädigten Patienten auf Zahlung eines angemessenen Schmerzensgeldes und/oder Schadensersatzes auch bei einer vergleichsweisen Einigung in realistischer Höhe durchsetzen.

Aus der nachfolgenden beispielhaften Übersicht über Vergleichszahlungen, die über mein Büro verhandelt worden sind, können Sie ablesen, dass diese Einigungen für die betroffenen Patienten jeweils tatsächliche Erfolge dargestellt haben. 

Insbesondere bei Schmerzensgeldern im unteren Bereich ist die Durchsetzung relativ einfach. Hier wird im Verhältnis zu den "großen Schäden" überproportional viel gezahlt, so dass sich eine Prüfung Ihrer Ansprüche auch bei kleineren Schäden immer lohnt.

  • EUR 170.000,00

Schmerzensgeld nach Behandlungsfehler bei Operation einer Analfistel. Schaden: Verlust großer Teile des Darms und der Stuhlkontinenz, stationäre Behandlung bei "offenem Bauch" über mehrere Monate hinweg, dauerhafte Notwendigkeit einer Sondenernährung.

Abschluss durch außergerichtlichen Vergleich (2009)

  • EUR 70.000,00

Schmerzensgeld und Verdienstausfallschaden nach Befunderhebungsfehler bei einem Schlaganfall eines jugendlichen Patienten. Schaden: Beeinträchtigung der kognitiven Fähigkeiten

Abschluss durch außergerichtlichen Vergleich (2019)

  • EUR 45.000,00

Schmerzensgeld nach grobem hausärztlichen Behandlungsfehler bei Dosierung gerinnungshemmender Medikamente. Schaden: Hirnblutung mit dauerhafter Beeinträchtigung des Sprachzentrums nach vorübergehendem völligen Verlust der Sprache über ca. ein Jahr, soziale Isolation und Depressionen

Abschluss durch Prozessvergleich (2013)

  • EUR 25.000,00

Teilschmerzensgeld nach fehlerhaft durchgeführtem Neugeborenenscreening zum Ausgleich motorischer Entwicklungsrückstände bis zum Schuleintrittsalter und Feststellung der weiteren Ersatzpflicht des Schädigers. Schaden: Hirnschädigung durch übersehene Stoffwechselerkrankung des Babys.

Abschluss durch LG Fulda, Urteil vom 29.09.2011

  • EUR 20.000,00

Schmerzensgeld und Ersatz von Haushaltsführungsschäden nach Übersehen einer Lungenembolie im Krankenhaus bei einem stationär aufgenommenen Thrombosepatienten. Schäden: ausgeprägte Lungenembolie, Verlängerung der stationären Behandlung um 4 Wochen, Dauerschäden.

Abschluss durch Prozessvergleich (2017)

  • EUR 20.000,00

Schmerzensgeld und Schadensersatz nach Behandlungsfehler bei Einrichtung einer Handgelenksfraktur. Schaden: Heilungsverzögerung über mehrere Monate und Revisionsoperation zur Einrichtung des falsch verheilten Bruches unter Einsatz von Platten und Schrauben, Verdienstausfall und Haushaltsführungsschaden.

Abschluss durch außergerichtlichen Vergleich (2013)

  • EUR 17.000,00

Schmerzensgeld nach grobem Behandlungsfehler bei operativer Versorgung einer Arterienverletzung im Kniebereich eines Patienten im Rentenalter. Schaden: Nervenschädigung mit Störung der Fußhebung, Ausbildung eines Kompartmentsyndroms, erhebliche bleibende Beeinträchtigung des Gangbildes, erhebliche Verkürzung der Gehstrecke, Dauerschmerzen.

Abschluss durch außergerichtlichen Vergleich (2018)

  • EUR 16.000,00

Schmerzensgeld und Haushaltsführungsschaden nach Befunderhebungsfehler bei Versorgung einer Fußgelenksfraktur. Schaden: persistierende Abduktionsfehlstellung des Fußes, posttraumatische Arthrose, Notwendigkeit mehrerer Revisionsoperationen, postoperative Wundheilungsstörung

Abschluss durch Prozessvergleich (2018)

  • EUR 15.000,00

Schmerzensgeld und Verdienstausfallschaden für Befunderhebungsfehler nach Fersenbeinbruch. Schaden: eingeschränkte Gebrauchsfähigkeit des betroffenen Fußes.

Abschluss durch Prozessvergleich (2011)

  • EUR 15.000,00

Schmerzensgeld nach fehlerhaftem Einsatz einer Knieprothese ("künstliches Knie"). Schaden: Dauerschmerzen und erhebliche Bewegungseinschränkung im operierten Knie über mehr als ein Jahr, operativer Prothesenwechsel

Abschluss durch außergerichtlichen Vergleich (2013)

  • EUR 10.000,00

Schmerzensgeld nach behandlungsfehlerhaft durchgeführter Infiltrationsanästhesie zur Schmerzbehandlung und Feststellung "wüster Beleidigungen" der Patientin in der Behandlungsakte des Hausarztes durch den Gerichtssachverständigen. Schaden: Ausbildung eines Pneumothorax mit kollabiertem Lungenflügel, mehrwöchige stationäre Behandlung erforderlich. 

Abschluss durch Prozessvergleich (2018)

  • EUR 9.500,00

Schmerzensgeld nach verspäteter Revisionsoperation einer infizierten Operationswunde. Schaden: septische Allgemeinreaktion mit Notwendigkeit intensivmedizinischer Behandlung, Durchgangssyndrom und bleibende Beeinträchtigung des Gangbildes

Abschluss durch außergerichtlichen Vergleich (2010)

  • EUR 6.000,00

Schmerzensgeld nach Medikamentenverwechselung (KCl statt NaCl) bei Spülung einer intravenösen Transfusionskanüle. Schaden: Herzstillstand der Patientin, Rippenserienfraktur bei Reanimation mit ausgeprägtem thorakalem Schmerzsyndrom über Wochen hinweg

Abschluss durch außergerichtlichen Vergleich (2018)

  • EUR 5.000,00

Schmerzensgeld für Übersehen einer Handgelenksfraktur nach behandlungsfehlerhaft unterlassenem CT. Schaden: massive Schmerzen über mehr als fünf Monate bei unbehandeltem Bruch, keine Dauerschäden

Abschluss durch umfassendes Anerkenntnis der Haftpflichtversicherung (2017)

  • EUR 5.000,00

Schmerzensgeld für Verletzung des Achselnervs (Plexusschaden) bei Brustoperation. Schaden: leichte Einschränkungen im Fingerbereich nach intensiver krankengymnastischer Behandlung über mehrere Monate.

Abschluss durch außergerichtlichen Vergleich (2008)

  • EUR 3.750,00

Schmerzensgeld für Sturz aus dem Krankenbett wegen fehlerhaft aufgelegter Matratze. Schaden: Rippenserienfraktur eines gebrechlichen Patienten.

Abschluss durch Prozessvergleich (2010)

  • EUR 3.000,00

Schmerzensgeld für Schädigung der Schneidezähne bei überflüssiger Versorgung mit Veneers durch einen Zahnarzt. Schaden: Verlust von Zahnsubstanz an beiden Frontzähnen, Risiko des Absterbens der behandelten Zähne

Abschluss durch LG Fulda, Urteil vom 31.10.2018

  • EUR 3.000,00

Schmerzensgeld für Verletzung bei hautärztlicher Behandlung einer Schuppenflechte mit Kryotherapie. Schaden: schwere Verbrennungen II. Grades bei Vereisung mit verzögertem Heilungsverlauf und bleibenden Narbenplatten im Ellenbogenbereich

Abschluss durch außergerichtlichen Vergleich (2010)

  • EUR 2.000,00

Schmerzensgeld für Verbrennungen bei Laserablation der Haut mit einem defekten Lasergerät. Schaden: blasenbildende Verbrennungen II./III. Grades von einer Größe 3x5 cm mit Schmerzen beim Sitzen und mehrwöchigem Heilungsverlauf.

Abschluss durch außergerichtlichen Vergleich (2017)

  • EUR 1.500,00

Schmerzensgeld für behandlungsfehlerhafte Extraktion (Entfernung) eines Backenzahns durch einen Zahnarzt. Schaden: Verbleiben von zwei abgebrochenen Wurzelresten im Kiefer, heftige Schmerzen über mehrere Wochen und Revisionsoperation zur Entfernung der Wurzelrest

Abschluss durch außergerichtlichen Vergleich (2018)

  • EUR 1.500,00

Schmerzensgeld für vom behandelnden Krankenhaus verschuldete Infektion mit Lebensmittelkeimen. Schaden: intensivmedizinische Behandlung über eine Woche

Abschluss durch Prozessvergleich (2010)

  • EUR 500,00

Schmerzensgeld nach Hautverbrennung mit einem Verödungsgerät bei minimalinvasiver Operation. Schaden: blasenbildende Verbrennung II. Grades von einer Größe von 5x1,5 cm, bleibende Pigmentstörung im Bereich der OP-Narbe am Bauch

Abschluss durch außergerichtlichen Vergleich (2016).