zurück

Streptokokken-Skandal an einem ambulanten Operationszentrum -
Prozess in Fulda im Jahr 2012

Im Jahr 2012 wurde ein Orthopäde vor dem Landgericht Fulda angeklagt, der in seinem ambulanten Operationszentrum im Frühjahr 2010 drei Patienten mit Streptokokken-Bakterien infiziert hatte. Eine Patientin verlor dabei ein Bein, die anderen beiden Patienten erlitten schwere körperliche Schäden mit bleibender Gehbehinderung. Grund für die Infektionen waren die katastrophalen Hygienebedingungen in dem Operationszentrum. 

 Hier habe ich erstmals verstanden, wie wichtig es für Betroffene sein kann, dass ein Gericht die ganz persönliche - auch strafrechtliche - Verantwortung eines Arztes für das Schicksal seiner Patienten feststellt. Insofern hat der Grundsatz, dass die Führung eines Strafverfahrens gegen den behandelnden Arzt in einer Haftungssache als "anwaltlicher Kunstfehler" zu gelten hat, nicht uneingeschränkte Gültigkeit. 

 Hier hat nach mehreren anstrengenden Prozesstagen und einem "großen" Schlussplädoyer für die geschädigten Patienten das Fuldaer Landgericht eine Freiheitsstrafe von mehr als zwei Jahren gegen den Arzt ausgesprochen, die er zum großen Teil auch "absitzen" musste.

(FZ-Auszüge März 2012)